Do

23

Jun

2011

Nicht geht nicht

Ein Vegetarier sagt: "Ich esse kein Fleisch." Stimmt das? Nein! Den Vegetarier macht aus, daß er pflanzliches isst. Also das, was er tut, gibt ihm seinen Namen, nicht das, was er nicht tut.

 

Der Atheist sagt: "Ich glaube nicht an Gott." Stimmt scheinbar. Aber er glaubt nicht nicht! Vielmehr glaubt er, daß es keinen Gott gibt. Das ist nichts weiter als die Rückseite der selben Münze.

 

Worauf ich hinaus will? Es gibt nicht Nichts! Wenn das Eine geht, kommt das Andere. Nein, besser: Das kommen des Anderen erst lässt das Eine gehen.

 

Die Teetasse ist nicht leer, wenn sie ausgetrunken ist. Sie ist nur leer von Tee, nicht aber leer von Luft. Die einströmende Luft erst erlaubt es dem Wasser aus der Flasche zu fließen. Der eine oder andere kennt es aus der Kneipe: "Lass mal die Luft aus meinem Glas!"

 

Und? Wozu ist es gut, das zu wissen? Offen gesagt finde ich, daß diese Erkenntnis eine der meist vernachlässigten Gesetzmäßigkeiten in Politik, Wirtschaft und auch beim Coaching ist. Einige Beispiele gefällig?

 

o Wenn Steuern gesenkt werden, muss das Geld woanders herkommen (oder es ist schon da, also von uns bezahlt wie in der aktuellen Diskussion zur Steuersenkung!).

o Wenn Kinderarbeit abgeschafft wird, machen Andere die Arbeit.

o Wenn wir kein Erdöl verbrennen, muss die Energie woanders herkommen.

o Ein Glaubenssatz wie "Ich kann nicht genug!" kann nur durch einen anderen Satz ersetzt werden, aber nicht einfach verschwinden.

o Für Westerwelle kam Rösler.

o Obama kann Guantanamo nicht auflösen, weil die Insassen irgendwo hin müssen.

 

Meine Bitte an Sie ist: Seien Sie achtsam, wenn mal wieder jemand etwas abschaffen will und stellen Sie die Fragen "Was kommt statt dessen?" und "Was wird nötig sein um das was abgeschafft werden soll zu verdrängen?"

 

 

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Kommentare: 1

  • #1

    Jörn (Freitag, 24 Juni 2011 07:09)

    Kurz, knapp, auf den Punkt...schön was zum nachdenken....danke für den schönen Start in den Tag

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