Nichts tun
Nichts tun heißt:
- nicht bewegen
- nicht nachdenken
- dabei wach und anwesend sein
Also: einfach stehen, sitzen oder liegen und nichts tun. Im Stehen kann das schwierig und schnell sehr unbequem werden. Im Liegen besteht die Gefahr, einzuschlafen.
Ich lade Sie zu einem Erlebnis ein, daß vermutlich völlig neu für Sie ist; Sie können jetzt eine Erfahrung machen, die Sie noch nie gemacht haben. Sie brauchen dafür einen Stuhl, einen Kurzzeitmesser (Handy, Eieruhr) und 15 Minuten Zeit; sonst nichts.
Nehmen Sie sich einen Stuhl mit möglichst gerader lehne (Küchen- oder Eßzimmerstuhl) und stellen Sie ihn so hin, daß Sie nach vorne wenigstens zwei Meter Platz haben. Stellen Sie den Kurzeitmesser auf 15 Minuten und setzen sich gerade hin. Die Füße auf dem Boden, die Beine nicht gekreuzt und den Rücken an der Lehne. Die Hände legen Sie auf den Knien ab oder legen Sie ineinander (nicht gefaltet) unter den Bauchnabel.
Jetzt bleiben Sie einfach sitzen bis der Wecker klingelt. Sie lassen dabei die Augen auf und legen den Blick etwas 1,5 m vor sich ab. Sie sind da, wach, hören und sehen alles aber bewegen sich nicht. Wenn die Nase juckt, dann juckt sie eben. Eine Fliege läßt sich auf Ihnen nieder, na und?Das telefon klingelt, soll es doch! Sie bleiben einfach nur sitzen; 15 lächerliche Minuten, bis der Wecker klingelt.
Das ist alles. beobachten Sie einfach was passiert, was in Ihrem Kopf vorgeht, wie der Impuls entsteht, doch aufzustehen, doch eine Bewegung zu machen, wie Gedanken entstehen und wieder vergehen. Sie steigen in keinen Gedanken ein, grübeln nicht, führen keine inneren Dialoge sondern beobachten einfach nur. Sie hören, fühlen, sehen, denken und lassen all das einfach geschehen.
Wenn dann (endlich?!) der Wecker klingelt stehen Sie auf und fertig. Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen und freue mich, wenn Sie mir diese per Mail oder auch als Kommentar in meinem Blog-Eintrag zu diesem Thema mitteilen.